13. September 2017

Beratung bei Trennung

Anfrage 
«Ich befinde mich zurzeit in einer unsicheren Situation. Ich bin seit zwei Jahren getrennt und lebe im gemeinsam erbauten Haus. Wir haben vieles selber gemacht. Ich schaue alleine zu Haus und Garten. Mein Mann kommt selten und hilft wenig. Finanziell ist nichts geregelt. Das belastet mich sehr. Mittlerweile habe ich Magen-, Herz und Atemprobleme. Eigentlich möchte ich das Haus verkaufen. Mein Mann ist dagegen. Ich will mich scheiden lassen.»

Auftrag an Proitera 
Frau A. möchte wissen, wie ihre rechtliche Situation ist. Sie möchte ihrem Mann selbstsicherer gegenüber treten und mit ihm über die Scheidung sprechen.

Intervention Proitera
In einem ersten Schritt haben wir das primäre Anliegen von Frau A. besprochen, nämlich ihre rechtliche Situation und das Vorgehen bei Scheidungsbegehren. Anschliessend nahm ich ihre Aussagen über ihre Gesundheit auf. Wir beleuchteten, was ihr auf dem Magen lag, ihr Herzklopfen bereitete und ihr den Atem raubte. Frau A. konnte auf konkrete Fragen, klare, Ziel führende Aussagen machen. Es wurde deutlich, dass im Zentrum ihre Ohnmacht gegenüber ihrem Mann und der ungeklärten Situation stand. Sie fühlte sich unsicher und ausgeliefert und fand gegenüber ihrem Mann keine Worte. Das machte sie zusätzlich wütend über sich selbst. Im Laufe der Beratungen merkte Frau A., dass Gefühle und Handlungen in direktem Zusammenhang stehen und dadurch die Kommunikation ins Stocken geraten war. Durch das Aufzeigen von Verhaltensmustern und Entflechtungsmöglichkeiten, gelang es, die Art der Kommunikation zu verändern. Anhand des «Kollusionsprinzips nach Jürg Willi» konnte Frau A. auch verstehen, wie es soweit kommen konnte. Das Verstehen dieser Zusammenhänge half ihr, die aufgebauten Schuldgefühle loszulassen und ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Damit war die Grundlage für eine konstruktive Klärung der weiteren Schritte geschaffen. 

Ergebnis 
Schon nach dem ersten Gespräch begann Frau A. die Situation mit ihrem Mann aktiv neu anzugehen. Das brachte eine spürbare Entlastung. Ihre gesundheitlichen Beschwerden schwanden. Unmittelbar stellte sie fest, dass ihr die Arbeit wieder leichter von der Hand ging. Beim Abschlussgespräch erklärte sie mir, dass die Gespräche bei Proitera halfen, sich als Paar auch emotional zu trennen. Mehr noch, sie fanden sogar einen Weg sich fast freundschaftlich zu unterhalten. Nach einem bewusst eingeplanten Beratungsunterbruch teilte Frau A. erfreut mit, dass ihr Mann nun konkrete Arbeiten ums Haus übernommen habe. Optional fassten sie sogar ins Auge, dass der Mann nach seiner Pensionierung im Erdgeschoss in die separate Wohnung einziehen könnte. Gesundheitlich gehe es ihr wieder gut und sie verspüre keinen Druck mehr. Besonders stolz sei sie, dass sie sich nun besser abgrenzen könne. Die Beratung habe nicht zur zuerst angestrebten Scheidung geführt, sondern zu einer angepassten Beziehungsform nach vielen gemeinsamen Ehejahren.

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