Beratung und Unterstützung für Lernende und Berufsbildner*innen
Der Einstieg in die Berufslehre bringt für viele Jugendliche enorme Veränderungen mit sich. In der Berufswelt müssen sie lernen Verantwortung zu übernehmen sowie sozial und emotional selbständig werden. Gleichzeitig verlangt die Arbeitswelt von ihnen, sich anzupassen – in einer Lebensphase, in der junge Erwachsene auf der Suche nach sich selbst sind und sich meist an Vorbildern jenseits des Elternhauses und der Erwachsenenwelt orientieren. Einige fühlen sich in dieser Situation überfordert, oftmals auch die Eltern. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich diese alterstypische Problematik auf die Leistungsfähigkeit der Lernenden niederschlägt oder die Motivation für Schule und Arbeit beeinträchtigt.
Was bereitet Lernenden während der Lehre am meisten Schwierigkeiten?
Unsere Beraterinnen und Berater berichten denn auch, dass Schwierigkeiten in der Schule und Unstimmigkeiten mit den Eltern bei Beratungsgesprächen mit Lernenden die häufigsten Themen sind. Oft geht es auch um finanzielle Fragen wie etwa das Bezahlen von Handyrechnungen oder um Rechte und Pflichten bei Volljährigkeit in Zusammenhang mit einem möglichen Auszug aus dem Elternhaus.
Die Beraterin war sehr zuvorkommend und hat es trotz meiner unregelmässigen Arbeitszeiten möglich gemacht, jede Woche einen Termin zu finden.
Typische Anliegen von Lernenden:
- Stress mit der Familie
- Schwierigkeiten in der Schule
- Finanzielle Schwierigkeiten/Unabhängigkeit
- Rechtliche Fragen
- Psychische Probleme
- Lernschwierigkeiten/Prüfungsstress
- Probleme im Lehrbetrieb
- Ärger mit Kollegen, Kolleginnen, Freund oder Freundin
- Sucht
So unterstützt Proitera Lernende
Mit einem offenen Ohr für die individuelle Situation von Lernenden: Wichtig ist dabei die Würdigung des bisher Erreichten.
Mit einer fundierten Analyse der bereits unternommenen Schritte: Welche weiteren Lösungsmöglichkeiten gibt es und was hat in früheren Situationen geholfen?
Mit der Definition von Zielen und deren Prioritäten: Welche Stolpersteine gibt es und wie können diese beseitigt werden. Was ist im Moment möglich, was gerade nicht? Wichtig ist, dass die Chancen auf Erfolg gutstehen.
Mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung: Wie komme ich zu den gesetzten Zielen? Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?
Mit dem Schaffen von Inseln für den Ausgleich: Was läuft gut, wo tanke ich Energie oder wo kann ich Frust ablassen.
Mit gezielter Stärkung des Selbstbewusstseins: Dem/der Lernenden bewusst machen, dass die Situation schwierig ist, dies aber nicht an seiner/ihrer Person liegt, sondern an den Umständen.
Zuhören
Mit einem offenen Ohr für die individuelle Situation von Lernenden.Analysieren
Mit einer Analyse der Situation und der bereits getroffenen Massnahmen.Ziele definieren
Mit der Definition von Zielen und deren Prioritäten.Lösungen erarbeiten
Mit der gemeinsamen Erarbeitung einer zielorientierten Lösung.Ausgleich schaffen
Mit dem Erschaffen von Inseln für den Ausgleich.Selbstbewusstsein stärken
Mit vorurteilsfreiem und wertschätzendem Umgang.
Wichtige Rolle als Berufsbildner/-in
Als Berufsbildner oder Berufsbildnerin vertreten Sie einerseits den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin und die damit verbundenen wichtigen Werte der Erwachsenenwelt. Andererseits wissen Sie aber auch um die Schwierigkeiten des Lebensabschnittes, in dem sich die Lernenden befinden. Sie haben die verantwortungsvolle Aufgabe einen jungen Menschen in dieser Situation zu begleiten. Verändert sich das Verhalten oder die Leistung der Lernenden stark, sollten Sie reagieren.
Arbeitsverhalten und Arbeitsleistung: Zum Beispiel Leistungsabfall, Leistungsschwankungen, Vergesslichkeit, Verlangsamung, nachlassende Zuverlässigkeit, Häufung von Fehlzeiten oder Unpünktlichkeit
Sozialverhalten: Zum Beispiel Rückzug, Kontaktvermeidung, Distanzlosigkeit, übersteigerte Empfindlichkeit gegenüber Kritik oder übermässige Konfliktbereitschaft
Stimmungslage: Zum Beispiel aggressiv und explosiv, leicht reizbar, unsicher und ohne Selbstvertrauen, niedergeschlagen, traurig, ständig unruhig und angespannt, mutlos, resignativ oder starke Stimmungsschwankungen
Quelle: Work Life Aargau
Die vielen Hilfestellungen, Tipps und Anregungen und das breite Wissen der Beraterin haben mir wirklich weitergeholfen.
Nicht zu lange warten
Als wichtige Bezugsperson haben Sie die Möglichkeit, schulische Schwierigkeiten und persönliche Probleme frühzeitig zu erkennen und geeignete Massnahmen anzuregen oder einzuleiten. Wichtig bei Ihren Überlegungen ist auch der Einbezug der Personalabteilung. Indem Sie gegenüber dem/der Lernenden Verständnis zeigen und die Bereitschaft signalisieren, Krisen zu begleiten, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Prävention.
Erleichtern Sie den Lernenden die Kontaktaufnahme zu Proitera. Informieren Sie die Lernenden mittels Flyer oder Informationen auf dem Firmenintranet über das Angebot von Proitera oder geben Sie persönlich die Kontaktdaten der zuständigen Beraterin, des zuständigen Beraters weiter.
Als Berufsbildner*in können Sie sich mit allen Fragen an uns wenden. Oft hilft ein kurzer telefonischer Austausch mit einer neutralen aussenstehenden Person und die Reflexion darüber, was zu Ihren Aufgaben gehört, und wo sie die Verantwortung den Lernenden übergeben können. Stimmt die Leistung und das Verhalten des Lernenden nicht mehr, hilft oft eine gemeinsame Besprechung mit der/dem Berater*in von Proitera, dem Lehrbetrieb und dem/der Lernenden.
Wir sind für Sie und Ihre Lernenden da. Zögern Sie nicht sich mit uns in Verbindung zu setzen.
Kontakt aufnehmenPsychische Probleme bei Lernenden nicht tabuisieren
Gemäss der Workmed Studie 2025 berichten 61 % der Lernenden, dass sie während der Lehre psychische Belastungen oder Krisen erlebt haben. Besonders der Übergang von der Schule in die Lehre wurde als herausfordernd empfunden. Trotzdem bleibt psychische Gesundheit im Ausbildungsumfeld oft ein Tabuthema:
- 78 % der Betroffenen führten kein Gespräch mit einer Fachperson im Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule.
- Nur 2 % nutzten ein bestehendes Beratungsangebot.
- Wichtig wären laut Fachpersonen: niederschwellige, kostenlose Angebote – und absolute Vertraulichkeit.
Eine weitere Studie des Kantons Basel-Stadt zeigt auf, dass Berufsbildnerinnen und -bildner in den Betrieben häufig nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen, um Lernenden in problematischen Situationen zu helfen. Häufig werde dabei eine beobachtende, abwartende Haltung eingenommen oder der Austausch zu Fachpersonen fehlt gänzlich.
Jugendliche brauchen (externe) Anlaufstellen, damit sie sich auch in schwierigen Situationen die notwendige Unterstützung holen können. Gerade bei psychischen Problemen begünstigt ein rasches Handeln den positiven Verlauf einer Erkrankung. Damit ersparen Sie dem Betrieb Folgekosten und den Betroffenen und ihrem Umfeld persönliches Leid. Unsere Beraterinnen und Berater freuen sich auf Ihre Kontaktaufnahme.