Positiv trotz Krisen: Wege, um mental stark zu bleiben

Positiv trotz Krisen: Wege, um mental stark zu bleiben

Momentan leben wir in einer Zeit, an der kaum ein Tag vergeht, ohne dass wir nicht mit schlechten Nachrichten konfrontiert werden. Die weltpolitische Lage bringt viele Unsicherheiten mit sich, die sich zukünftig auch auf unseren Alltag negativ auswirken könnten. Gleichzeitig belasten uns vielleicht private Herausforderungen wie Krankheiten, finanzielle Sorgen oder zwischenmenschliche Konflikte. Und auch am Arbeitsplatz sind wir eventuell mit Umstrukturierungen, Überlastung oder Spannungen im Team konfrontiert. Krisen gehören zum Leben. Doch die ständige Konfrontation mit Krisenmeldungen und Belastungen ermüdet, weshalb eine solche Erschöpfung oft auch als «Crisis Fatigue» oder «News Fatigue» bezeichnet wird. Umso wichtiger ist es, sich nicht im Strudel der negativen Meldungen und Gedanken mitreissen zu lassen, sondern Wege zu finden, mit einer gesunden Portion Optimismus positiv zu bleiben.

Positivität als bewusste Haltung

Angesichts der Vielfalt an Belastungen mag der Rat, «positiv zu bleiben», auf den ersten Blick wie eine gut gemeinte, aber realitätsferne Floskel wirken. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Eine positive Grundhaltung ist kein naives Abwinken von Problemen, sondern eine bewusste Entscheidung, die nachweislich hilft, schwierige Phasen besser zu meistern.

Studien der Positiven Psychologie und Resilienzforschung belegen, dass Menschen, die es schaffen, auch in Krisen optimistisch zu bleiben und Handlungsmöglichkeiten zu sehen, langfristig besser mit Stress umgehen können. Sie bleiben resilienter, erholen sich schneller von Rückschlägen und bewahren sich die Kraft, Herausforderungen aktiv anzugehen. Das gilt für Einzelne genauso wie für Teams: Eine Kultur, die Positivität fördert, schafft Raum für Kreativität, Zusammenarbeit und Vertrauen, selbst unter Druck.

Wichtig ist dabei: Positivität bedeutet nicht, Probleme zu verharmlosen oder negative Gefühle zu ignorieren. Es geht vielmehr darum, Realismus mit Hoffnung zu verbinden – also die Herausforderungen klar zu benennen und gleichzeitig nach Wegen zu suchen, wie man sie bewältigen kann. Gerade in Zeiten, in denen uns Krisen auf verschiedenen Ebenen fordern, ist diese Haltung kein «Nice-to-have», sondern eine Notwendigkeit, um gestärkt daraus hervorzugehen.

Overthinking: Wenn das Gedankenkarussell immer weiter dreht

Wie Sie ein negatives Gedankenkarussell stoppen können, lesen Sie in unserem Beitrag zu Overthinking.

Positive Emotionen im Alltag steuern

Auch wenn es einigen Menschen einfacher fällt, positiv zu bleiben, ist Positivität keine angeborene Gabe, sondern eine Fähigkeit, die bewusst entwickelt und trainiert werden kann. Positivität wirkt wie ein Muskel: Mit regelmässigem Training wird sie spürbar wirksamer.

Auch an anspruchsvollen Tagen helfen kleine positive Momente, die eigene Haltung zu stärken. Folgende einfachen, konkreten Übungen unterstützen Sie dabei, Positivität gezielt zu trainieren und weiterzuentwickeln.

Mini-Momenten

Positivität entsteht oft im Kleinen. Nehmen Sie sich abends zwei Minuten Zeit und notieren Sie:

  • Eine Sache, die gut lief:
    z. B. «Ein Kunde hat mir heute ein tolles Feedback geschrieben»,
  • Einen Moment, der Sie glücklich gemacht hat:
    z. B. «Den Kaffee am Morgen an der Sonne auf dem Balkon zu trinken».

Warum? Unser Gehirn neigt dazu, negative Emotionen stärker zu gewichten. Diese Übung hilft Ihnen, die positiven Aspekte bewusster wahrzunehmen.

3:1-Regel

Um eine negative Erfahrung oder Bemerkung auszugleichen braucht es drei positive Erlebnisse. Schaffen Sie im Alltag bewusst Gegengewichte:

  • Starten Sie den Tag mit etwas, das Ihnen Freude bereitet:
    z.B. Musik, Yoga, Zeit für ein leckeres Frühstück
  • Unterbrechen Sie Stress mit Mini-Pausen:
    z.B. bewusstes, tiefes Durchatmen oder Blick aus dem Fenster
  • Planen Sie für den Feierabend einen schönen Moment ein, egal wie kurz:
    z.B. ein Feierabend-Spaziergang, ein Spieleabend mit der Familie, eine Episode der Lieblingsserie gucken oder ein paar Seiten in einem guten Roman lesen

Bewegung als Stimmungsbooster

Es muss nicht immer Sport sein, schon kleine Bewegungseinheiten über den ganzen Tag verteilt, setzen Glückshormone frei:

  • Tanzen Sie 3 Minuten zu Ihrer Lieblingsmusik...
    ...durch die Wohnung, am Stehtisch, beim Kaffeemachen oder wo auch immer Sie sich wohl fühlen.
  • Gehen Sie kurz an die frische Luft spazieren und...
    ...nehmen Sie Ihre Umgebung bewusst wahr, lauschen Sie auf die Geräusche der Natur.

Warum? Bewegung reduziert Stress und steigert Ihr Wohlbefinden – selbst in kleinen Dosen.

Reframing – Ein Perspektivenwechsel

Ziel ist es durch einen Perspektivenwechsel neue Denkansätze zu entwickeln und so langfristig eine positivere Haltung zu fördern. Beim Reframing geht man von folgenden Grundhaltungen aus:

  • Jedes Verhalten ist aus einem Grund sinnvoll.
  • Jedem Verhalten wird eine Bedeutung zugeschrieben.
  • Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Dieses klassische Beispiel zeigt, wie ein und dieselbe Situation – ein halb gefülltes Glas – positiv oder negativ interpretiert werden kann, abhängig von der gewählten Perspektive.

Positivität weitergeben

Kleine Gesten stärken nicht nur andere, sondern auch Ihre eigene Stimmung:

  • Machen Sie ein aufrichtiges Kompliment:
    z.B. «Ich schätze, wie Sie das erklärt haben.»
  • Helfen Sie jemandem:
    z. B. die Tür aufhalten oder einfach zuhören
  • Teilen Sie Freude:
    z. B. ein lustiges Erlebnis oder eine schöne Beobachtung

Warum? Geben aktiviert das Belohnungssystem in Ihrem Gehirn und schafft soziale Verbindung.

Positivität im Team fördern

Während individuelle Strategien die persönliche Resilienz stärken, entfaltet sich die volle Kraft der Widerstandsfähigkeit erst im Miteinander. Doch wie gelingt es, eine Teamkultur zu schaffen, in der Positivität nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern täglich gelebt wird? Der Schlüssel liegt in praktischen, alltagsnahen Ansätzen, die echte Verbindung stiften, ohne die Individualität der Teammitglieder zu vernachlässigen.

Im hektischen Arbeitsalltag, wo Zeit knapp ist und der Fokus auf Effizienz liegt, scheint es oft schwierig, Positivität und Teamgeist zu fördern. Doch gerade hier können kleine, aber gezielte Massnahmen einen grossen Unterschied machen. Es geht nicht um aufwendige Projekte, sondern um einfache Impulse, die ohne grossen Aufwand Verbindung schaffen und die Stimmung im Arbeitsalltag verbessern.

Sichtbare Erfolge machen den Unterschied: Ein Whiteboard im Pausenraum, auf dem täglich steht, was gut lief (z. B. „Produktionsziel erreicht“ oder „Kollege X hat geholfen…“), schafft Motivation und Stolz.

Die „Blitz-Dankbarkeit“ lässt sich in bestehende Routinen integrieren: In 30 Sekunden sagen alle Mitarbeitenden bei Schichtübergabe oder an einer Teamsitzung, wofür sie/er dankbar ist. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, ohne viel Zeit zu kosten.

Spiel und Humor lockern den Alltag auf: Eine kurze Challenge wie „Wer findet die beste Lösung für Problem Y?“ oder ein Lächel-Wettbewerb – „Wer bringt heute die meisten zum Lächeln?“ – bringt Abwechslung und Teamgeist, ganz ohne Vorbereitung.

Ob durch sichtbare Erfolge, kurze Wertschätzungsmomente oder spielerische Pausen – Positivität entsteht durch Konsistenz, nicht durch Perfektion.

Nicht die Dinge an sich sind es, die uns beunruhigen, sondern vielmehr ist es unsere Interpretation der Bedeutung dieser Ereignisse, die unsere Reaktion bestimmt.

Positiv bleiben – auch in herausfordernden Zeiten

Die aktuellen Herausforderungen – ob global, privat oder beruflich – können uns das Gefühl geben, in einem Strudel aus Negativität gefangen zu sein. Doch gerade dann ist es besonders wichtig, bewusst Wege zu finden, die uns stabilisieren und stärken.

Die hier vorgestellten Strategien sind kleine, aber wirkungsvolle Schritte, die Sie sofort in Ihren Alltag integrieren können. Sie zeigen: Positivität ist kein Zustand, den man einfach erreicht, sondern eine tägliche Praxis, die mit der Zeit immer leichter fällt.

Doch manchmal reichen individuelle Massnahmen trotz allem nicht aus. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Belastungen überhandnehmen oder Sie Unterstützung brauchen, um diese Strategien in Ihrem Arbeitsumfeld zu verankern, sind Sie nicht allein. Unsere betriebliche Sozialberatung steht Ihnen zur Seite – mit massgeschneiderten Lösungen, die Ihre Resilienz und die Ihres Teams stärken. Wir helfen Ihnen, Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und eine Kultur zu schaffen, in der Positivität gelebt wird.

Ihr nächster Schritt:

Probieren Sie eine der vorgestellten Strategien diese Woche aus – sei es das Führen eines Positivitäts-Tagebuchs oder das bewusste Einbauen von Mini-Pausen in Ihrem Alltag. Wenn Sie Unterstützung brauchen, um diese Ansätze in Ihrem Team oder Unternehmen zu verankern, kontaktieren Sie uns.

Wir sind für Sie da! Gemeinsam finden wir Wege, die zu Ihnen und Ihrem Arbeitsumfeld passen.

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