Rechtliches und Emotionales

Beratung bei Trennung

Ausgangslage

Frau A. ist lebt seit zwei Jahren von ihrem Mann getrennt. Sie bewohnt das gemeinsam erbaute Haus und kümmert sich allein um Haus und Garten. Ihr Mann kommt nur selten vorbei und hilft wenig. Eine finanzielle Regelung besteht nicht, was Frau A. belastet. Sie leidet inzwischen unter Magen-, Herz und Atemproblemen. Am liebsten möchte sie das Haus verkaufen, ihr Mann ist jedoch dagegen. Frau A. erwägt eine Scheidung.

Auftrag an Proitera

Frau A. nimmt mit Proitera Kontakt auf. Sie möchte wissen, wie ihre rechtliche Situation ist, damit sie ihrem Mann selbstsicherer gegenübertreten und mit ihm über eine Scheidung sprechen kann.

Intervention Proitera

In einem ersten Schritt wird das primäre Anliegen von Frau A. – ihre rechtliche Situation und das Vorgehen bei Scheidungsbegehren – besprochen. Anschliessend richtet die Sozialberaterin ihr Augenmerk auf Frau A.s Gesundheit. Was liegt ihr auf dem Magen, bereitet ihr Herzklopfen und raubt ihr den Atem? Frau A. beantwortet konkrete Fragen mit klaren, zielführenden Aussagen. Es wird deutlich, dass im Zentrum ihr Ohnmachtsgefühl gegenüber ihrem Mann und der ungeklärten Situation steht. Sie fühlt sich unsicher, ausgeliefert und findet ihm gegenüber keine Worte. Das macht sie zusätzlich wütend über sich selbst. Im Laufe der Beratungen erkennt Frau A., dass Gefühle und Handlungen in direktem Zusammenhang stehen. Dies wiederum blockiert den Austausch mit ihrem Mann. Durch das Aufzeigen von Verhaltensmustern und Entflechtungsmöglichkeiten gelingt es, die Art der Kommunikation zu verändern. Anhand des Kollusionsprinzips nach Jürg Willi kann Frau A. nun verstehen, wie es so weit kommen konnte. Dies hilft ihr, die aufgebauten Schuldgefühle loszulassen und ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Damit ist die Grundlage für eine konstruktive Klärung der weiteren Schritte geschaffen.

Ergebnis

Schon nach dem ersten Gespräch beginnt Frau A., die Situation mit ihrem Mann aktiv neu anzugehen. Dies bringt eine spürbare Entlastung und ihre gesundheitlichen Beschwerden schwinden. Weiter stellt sie fest, dass ihr die Arbeit wieder leichter von der Hand geht. Beim Abschlussgespräch erklärt sie der Beraterin gegenüber, dass die Gespräche mit Proitera halfen, sich auch emotional als Paar zu trennen. Mehr noch: Frau A. und ihr Mann fanden sogar einen Weg, sich fast freundschaftlich zu unterhalten.

Nach einem bewusst eingeplanten Beratungsunterbruch teilt Frau A. erfreut mit, dass ihr Mann nun konkrete Arbeiten ums Haus übernommen habe. Optional fassen sie sogar ins Auge, dass der Mann nach seiner Pensionierung im Erdgeschoss in die separate Wohnung einziehen könnte. Gesundheitlich gehe es ihr wieder gut und sie verspüre keinen Druck mehr. Besonders stolz sei sie, dass sie sich nun besser abgrenzen könne. Die Beratung habe nicht zur zuerst angestrebten Scheidung geführt, sondern zu einer angepassten Beziehungsform nach vielen gemeinsamen Ehejahren.