6. September 2021

Diversity & Inclusion am Beispiel der BKB – Bank Cler

 

Mit unseren Aktivitäten möchten wir eine andere Denkrichtung anstossen, Augen öffnen und es den Mitarbeitenden ermöglichen, eine alternative, persönliche Sicht der Dinge einzunehmen.

2. Sie erwähnen die Personalrekrutierung. Welchen Mehrwert schafft Diversity & Inclusion diesbezüglich?

Die Frage nach der Zusammenstellung eines Teams stellt sich bereits bei der Rekrutierung. Suchen wir ähnliche Mitarbeitende wie sie bereits im Team vertreten sind oder möchten wir jemanden mit einer anderen Ausbildung/ Qualifikation, anderen Erfahrungen oder einem anderen kulturellen Hintergrund ansprechen? Vielfalt ist eine grosse Bereicherung und hilft, alte Denkmuster sowie Verhaltensweisen zu überdenken und zu durchbrechen. Dadurch, dass wir solche Aspekte als Unternehmen und in der Rekrutierung thematisieren und zudem flexibles Arbeiten ermöglichen, erhoffen wir uns, dass sich auch viele unterschiedliche Personen angesprochen fühlen und bei uns arbeiten wollen.

3. Was waren die grössten Widerstände, die Sie im Unternehmen betreffend Ihrer Massnahmen erfahren haben?

Wir hatten durchwegs positive Resonanz darauf. Die Massnahmen werden im Übrigen niemandem aufgezwungen. Mit unseren Aktivitäten möchten wir eine andere Denkrichtung anstossen, Augen öffnen und es den Mitarbeitenden ermöglichen, eine alternative, persönliche Sicht der Dinge einzunehmen. Dafür fördern wir einen offenen Dialog, zum Beispiel zum Thema Karriere und Teilzeit – unabhängig von Familiensituation und Geschlecht.

Wir haben festgestellt, dass wir uns lieber auf wenige Aktionen konzentrieren, diese dafür tiefgreifend angehen. 

4. Welche Empfehlungen würden Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg geben, die ebenfalls im Bereich Diversität und Chancengleichheit aktiv werden wollen?

Setzen Sie sich realistische Ziele und planen Sie diese etappenweise. Dabei gilt es, keine leeren Versprechungen zu machen nur weil etwas gut klingt. Wir möchten davon abraten, das Anliegen lediglich aus Marketingzwecken oder als modischen Trend anzusehen. Wir haben festgestellt, dass wir uns lieber auf wenige Aktionen konzentrieren, diese dafür tiefgreifend angehen. 

5. Inwiefern kann die Betriebliche Sozialberatung bei der Integration von Diversity & Inclusion unterstützend wirken?

Bei uns zum Beispiel im Fall von zwei integrativen Arbeitsplätzen. Diese besetzen wir mit externen Mitarbeitenden, die eine Beeinträchtigung haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Betriebliche Sozialberatung unser Team bei der Integration seiner neuen Mitglieder unterstützt. Die Beraterinnen und Berater können zudem bei der Definition von Arbeitsabläufen und bei offenen Fragen als Ansprechperson zur Seite stehen. Ein anderes Thema ist die Pflege von Angehörigen, das sogenannte «Elder Care». Hier stehen die Unterstützung, Begleitung und Entlastung von betroffenen Mitarbeitenden im Vordergrund.

Besten Dank an Judith Enssle für dieses interessante Gespräch!


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