28. February 2022

Vielfalt, Toleranz & Wertschätzung – ein Blick auf die Millenials und die Gen Z

 

Der Schlüssel zum Erfolg liegt heutzutage in der Vielfalt. Immer mehr Firmen greifen dabei auf ein Diversity Management zurück, kreieren neue Fachstellen im Personalbereich und versuchen, sich bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden möglichst breit abzustützen.

Die Generation der Millenials hat unser Verständnis der traditionellen Belegschaft aufgebrochen und erweitert. Die jüngste Gruppe von Arbeitnehmenden, die sogenannte Gen Z – jene Menschen, die zwischen 1997 und 2010 geboren sind – geht noch weiter: Eine Studie zeigt, dass bei 83 Prozent der Bewerber/-innen dieser Altersgruppe das Engagement der Firma für Diversität und Inklusion ausschlaggebend für die Wahl des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin ist.

Quelle: Randstad Employer Brand Research 2019

Dabei versteht die Gen Z unter Diversität und Inklusion viel mehr als nur Alter, Religion, Gender, Herkunft oder physische Einschränkungen. Es geht dabei auch um die Akzeptanz verschiedener Werte und Haltungen – also um Toleranz und Wertschätzung.

Toleranz als Firmenkultur

Die Aufgabe ist deshalb nicht damit erledigt, möglichst viele Menschen mit diversen beruflichen Hintergründen und Qualifikationen, unterschiedlichem Alter und Gender, oder vielfältiger Ethnien zu rekrutieren. Die Herausforderung liegt darin, die Firmenkultur zu ändern. Das bedeutet einerseits, dass Vielfalt und Toleranz im Unternehmensleitbild und in der Unternehmensstrategie schriftlich verankert wird, und dass dies andererseits auch von der Führungslinie bis nach unten aktiv (vor-)gelebt wird.

Doch je vielfältiger und individueller die Werte und Haltungen in einem Team oder in einer Firma werden, desto anspruchsvoller wird es, allen gerecht zu werden. Dies zeigt sich beispielsweise darin, wie Vielfalt, Toleranz und Wertschätzung überhaupt empfunden und welche Erwartungen dabei an Führungspersonen gestellt werden.

Wertschätzung als Führungsstil

Eine gute Entlöhnung reicht den Millenials und der Generation Z nicht mehr, um sich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen. Viel mehr zählen für sie Aspekte wie persönliche Wertschätzung, Vertrauen, Flexibilität, eine ausgewogene Work-Life-Balance, eine sinnstiftende Tätigkeit und vor allem ein angenehmes Arbeitsklima sowie ein gutes Verhältnis zu den Arbeitskollegen/-innen.

Ausschlaggebend sind dabei die persönliche Wertschätzung und Anerkennung der individuellen Stärken. Der Vorteil der Vielfalt in einem Team liegt gerade eben in diesen individuellen Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten. Diese Individualität soll auch gesehen und geschätzt werden.

 

 

Für die Gen Z geht es bei Diversität und Inklusion vor allem um die Akzeptanz verschiedener Werte und Haltungen – also um Toleranz und Wertschätzung.

Die Einzigartigkeit eines Menschen gilt es auch in der Feedback-Kultur zu berücksichtigen. Mit einem allgemeinen «Gut gemacht» ans Team können Mitarbeitende wenig anfangen. Es braucht Transparenz, konstruktive Kritik und konkrete Rückmeldungen, um sich weiterentwickeln zu können. Die mit Social Media aufgewachsenen Generationen, wo der Daumen mit einem Klick hoch oder runter geht, sind sich zudem gewohnt, rasch eine Rückmeldung zu erhalten. Die ältere Belegschaft legt zudem ebenfalls Wert darauf, dass ihre persönliche Leistung und Erfahrung auch nach vielen Jahren in einer Firma nicht selbstverständlich wird, sondern dass sie gesehen und vor allem anerkannt wird.

Seminar zum Thema: Motivierend führen mit positiver Feedbackkultur ➜

Jugendbewegungen wie etwa «Friday’s for Future», die sich für den Klimaschutz einsetzt, haben gezeigt: Die Gen Z ist selbstbewusst und möchte mitbestimmen und gefragt werden. Flache Hierarchien und Begegnungen auf Augenhöhe sind deshalb wichtige Faktoren der Wertschätzung. Holen Sie sich darum bei der Entwicklung eines Diversity & Inclusion Managements engagierte und interessierte Mitarbeitende aus dieser Generation ins Boot.

Quelle: USA 2021: https://www.campaignlive.com/

Soziale Verantwortung und Gemeinwohl

Das Engagement der Gen Z zeigt aber auch, dass die Angehörigen dieser Generation einen hohen Stellenwert auf Gerechtigkeit legen und über ein hohes Umweltbewusstsein verfügen. Eine Firma punktet bei jüngeren Arbeitnehmenden also nicht nur wenn sie Vielfalt, Toleranz und Wertschätzung im Team lebt, sondern diese auch in ihrer Produktion, in der Werbung und bei ihren Kunden/-innen mitberücksichtigt.

Wohlbefinden und Authentizität steigert die psychische Gesundheit und damit auch die Leistungsfähigkeit.

Immer mehr Unternehmen bekennen deshalb Farbe, indem sie etwa während der Aktionstage des «Pride Month» eine LGBTIQ+ Fahne hissen und so für Vielfalt einstehen. Was einige als «pink washing» von Unternehmen kritisieren, kann aber für betroffene Mitarbeitende ein Zeichen sein, dass sie willkommen sind und ihnen Mut machen, den Schritt zum Coming-out zu wagen. Dieser Schritt wiederum ermöglicht einer Person, auch in der Arbeitswelt ein authentisches Leben zu führen, wo wir immerhin einen sehr grossen Teil unserer Zeit verbringen. Wohlbefinden und Authentizität wiederum steigert die psychische Gesundheit und damit auch die Leistungsfähigkeit.

Deshalb sind Diversität und Inklusion immer ein Gewinn, auch für ein Unternehmen.

Wir sind für Sie da

Doch gerade die Begleitung eines Coming-out Prozesses braucht sehr viel Fingerspitzengefühl. Beziehen Sie deshalb unbedingt eine Fachperson mit ein, beispielsweise durch die Betriebliche Sozialberatung von Proitera.

Checkliste: LGBTIQ+ Coming-out für Vorgesetze und Mitarbeitende ➜

Interview: Coming-out am Arbeitsplatz ➜

Aber nicht nur in der Einzelbegleitung, sondern auch in der Organisationsentwicklung zur Umsetzung einer positiven Firmenkultur, als Ombudsstelle bei Verdacht auf Diskriminierung oder mit Sensibilisierungsseminaren können wir Ihr Unternehmen dabei unterstützen, ein Diversity & Inclusion Management erfolgreich umzusetzen.

Seminar zum Thema: Schutz der persönlichen Integrität am Arbeitsplatz ➜

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