4. Luglio 2022

So kommen Sie und Ihr Team gut durch belastende Zeiten

 

 

 

Empfehlung für Mitarbeitende

Situation annehmen: Die aktuelle Lage ist anspruchsvoll. Es ist in Ordnung wie Sie die Situation erleben und empfinden. Das Erkennen und Verstehen von belastenden Zuständen ist ein wichtiger Schritt für die Bewältigung einer Belastung.

Wahrnehmung verbessern: Wie gestresst sind Sie? Beobachten Sie Ihr eigenes Stresslevel. Mit folgendem Stresscheck finden Sie mehr heraus über die Ursachen, die bei Ihnen Stress auslösen. 

Resilienz fördern: Gibt es Tipps oder Anregungen in Ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld, die Ihnen helfen Ihre inneren Schutzfaktoren zu erkennen und zu stärken? Anlaufstellen können etwa die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers/Arbeitgeberin sein, oder die (externe) Betriebliche Sozialberatung

Auf das Wohlbefinden achten: Überlegen Sie, was in Ihrem Leben rund läuft und was Ihnen guttut. Welche Routinen geben Ihnen Sicherheit? Versuchen Sie bewusst, diese in Ihrem Alltag zu integrieren.

Achtsamkeit lernen: Versuchen Sie ausgewählte Momente mit allen Sinnen wertungsfrei und bewusst im «Hier und Jetzt» wahrzunehmen.

Austausch: Sprechen Sie mit Menschen Ihres Vertrauens – Familienmitgliedern oder Freunden – über Ihre Sorgen und Ängste. Es ist entlastend, seine Sorgen mit anderen Menschen zu teilen.

Unterstützung: Zögern Sie nicht, bei tiefgreifenden Problemen professionelle Hilfe zu holen. Die Beraterinnen und Berater von Proitera stehen als anonyme, neutrale Ansprechpartner zur Verfügung.

Empfehlung für Vorgesetzte und Führungskräfte

Auf sich selbst achten
Achten Sie auf Ihre physische und psychische Gesundheit und auf Ihr Wohlbefinden. Stärken Sie Ihre persönlichen Schutzfaktoren und suchen Sie interne oder externe Trainingsangebote zu den Themen Resilienz und Umgang mit Veränderung.

Zuhören und präsent sein
Haben Sie ein offenes Ohr für die Themen, die Ihre Mitarbeitenden beschäftigen. Vereinbaren Sie regelmässige Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden. Empfehlen Sie, tiefgreifende Belastungen mit einer Person des Vertrauens zu besprechen und machen Sie Ihre Mitarbeitenden auf das Angebot von Proitera aufmerksam.

Aktuelle Checkliste zum Thema: Psychische Leiden am Arbeitsplatz nicht tabuisieren

Informieren und Orientieren
Informieren Sie sich aktiv. Vielleicht gibt es bereits Informationen und Aktionen im Unternehmen, die Ihnen und Ihrem Team weiterhelfen. Eventuell sind entsprechende Veranstaltungen und Angebote geplant? Wie positioniert sich das Unternehmen zur aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation?

Austausch und Dialog fördern
Geben Sie dem Team Raum und Zeit, sich zu den aktuellen Themen und über das persönliche Befinden auszutauschen. Fördern Sie den offenen Dialog im Team und nutzen Sie die Gelegenheit zur gemeinsamen Weiterentwicklung neuer Problemlösungskompetenzen. Diese sind gerade in Krisenzeiten enorm wichtig.

Aktiv bleiben
Lassen Sie sich nicht von globalen Entwicklungen lähmen und fokussieren Sie sich auf Dinge, die Sie beeinflussen können. Vielleicht gibt es interne oder externe Weiterbildungsangebote zu Themen wie «Führen in schwierigen Zeiten» oder «Führen auf Distanz» welche Ihnen das nötige Wissen vermitteln.

Hilfe anfordern
Sie sind in dieser Krisenzeit nicht allein. Besprechen Sie mit der Personalabteilung oder der (externen) Betrieblichen Sozialberatung, wie Sie in Krisenzeiten am besten vorgehen und wie Sie Ihre Mitarbeitenden am besten unterstützen können.

Pandemie, Ukraine Krieg, Klimawandel. Von einer Krise in die nächste.

Unsere Fragen haben Martina Nauer und Clara Neumann, Ansprechpersonen aus der Personalabteilung bei Weleda AG, beantwortet. Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag und die redaktionelle Unterstützung.

Mit welchen Sorgen kommen Mitarbeitende in dieser schwierigen Zeit zu Ihnen?

Zuerst einmal gibt es all die Dinge, die das Leben auch in «normalen Zeiten» des Weges bringt. Nun löst die aktuelle Situation bei einigen Menschen zusätzlich Unsicherheit aus. Es entsteht das Gefühl, dass Corona, Klima-Krise, Inflation und nun auch noch der Krieg in der Ukraine die «Batterien angegriffen» werden. In HR werden wir daher des Öfteren kontaktiert, um einfach mal ein Ohr zu schenken oder bei anspruchsvollen Situationen zu beraten. Auch werden wir z.B. gefragt, bei Team-Workshops zu unterstützen, die nun wieder Fahrt aufnehmen und sehr gewünscht sind nachdem sich viele Kollegen und Kolleginnen lange nicht persönlich treffen konnten. Hier geht es mitunter um die Neuausrichtung im Team, Belastungen durch die aktuelle Situation oder auch um Unterstützung und Wiedereingliederung, wenn Mitarbeitende erkrankt waren. Dies alles führt dazu, dass wir dem Thema «Umgang mit Krisen» zurzeit spezielle Aufmerksamkeit schenken.

Welche Empfehlungen geben Sie Ihren Mitarbeitenden?

Erst einmal vermitteln wir, dass die aktuelle Lage anspruchsvoll ist und es „okay“ ist, dass die Situation als solche erlebt wird. Wir sind alle Menschen.
Wir ermutigen dazu, in sich rein zu horchen und das eigene Energie-/Stresslevel zu beobachten. Im Intranet steht eine umfangreiche «Resilienz-Toolbox» mit Tipps und Anregungen zur Verfügung. Zum Beispiel empfehlen wir eine Übung bei der es darum geht, sich darüber bewusst zu werden, was man Gutes im Leben hat und aktiv die Dinge zu tun, die für das eigene Wohlbefinden wichtig sind (wie etwa Zeit mit Familie & Freunden, Sport, Zeit in der Natur).
Es gibt auch Videos zur Meditation und Achtsamkeits-Übungen. Sich Zeit für diese Themen auch innerhalb der Teams zu nehmen, ermutigen wir ebenfalls. Man kann die ersten 10 Minuten eines Meetings zum Beispiel mit einer Runde zum Thema «wie es mir geht» starten und so den Mitarbeitenden Raum für ihr aktuelles Befinden und eine Aussprache geben.
Wenn klar wird, dass eine tiefgreifende Belastung für eine Person anhaltend ist und nicht von allein in den Griff zu kriegen ist, ermutigen wir dazu, die Situation mit einer Person des Vertrauens zu besprechen oder professionelle Hilfe zu suchen.

Welche speziellen Anregungen erhalten Ihre Führungskräfte?
Wir haben eine Handreichung mit Informationen für Führungskräfte erstellt. «Was kann ich aktuell tun, damit die Stabilität erhalten bleibt? Woran erkenne ich (psychische) Belastungen? An wen kann ich mich oder mein Team sich wenden?» Die Handreichung enthält eine Liste zahlreicher Fragen & Antworten dieser Art mit Verlinkungen auf weiterführende interne und externe Angebote. Dies beinhaltet zum Beispiel auch, dass auf einen Blick Informationen zu finden sind, wie Weleda mit der Corona-Pandemie umgeht und wie wir uns als Unternehmen zur Situation in der Ukraine positionieren.
Vor ein paar Wochen haben wir spontan eine einstündige Dialog-Veranstaltung zum Thema «Führen in schwierigen Zeiten» angeboten, in der neben einem kurzen Impuls Zeit für Austausch in Arbeitsgruppen geschaffen wurde zu den Themen «Allgemeine Verunsicherung», «Konflikte im Team» und «Psychische Belastungen». Ziel war der offene Austausch und voneinander zu lernen.
Neu gibt es auch ein Seminar zu «Führen auf Distanz», nachdem viele Teams seit mehr als 2 Jahren im Home Office waren und die Mitarbeiterführung über die Entfernung besonders in Krisen anspruchsvoll ist. Im gerade neu gestarteten Führungstraining gibt es ebenfalls Trainingsinhalte zu Resilienz und zum Umgang mit Veränderungen.

Wie unterstützen Sie Mitarbeitende die direkt von den Krisen betroffen sind, z.B. Angehörige in der Ukraine haben oder persönlich unter den Folgen der Coronapandemie leiden?

Wie oben beschrieben haben wir ein Angebot für Führungskräfte gestartet, um sie im Umgang mit krisenbehafteten Themen zu unterstützen. Führungskräfte, die ein Bewusstsein für diese Themen haben, können besser auf die Bedarfe der Mitarbeitenden eingehen und ggfs. individuell unterstützen. Für Menschen, die Stress erleben, gibt es ein internes Seminar-Angebot zum Umgang mit Stress und wir haben letztens eine virtuelle «Werkstunde» zu Resilienz gemacht. Dieses Format besteht seit Jahrzehnten und ist für alle Mitarbeitenden auf Arbeitszeit besuchbar. Ergänzend haben wir eine Liste mit Beratungsstellen und Ansprechpersonen veröffentlicht, die kontaktiert werden können, wenn die persönliche Belastung Überhand gewinnt. Hier gehört Proitera natürlich auch dazu.

Wie bereiten Sie sich als HR-Ansprechpersonen auf die Anfragen der Mitarbeitenden vor?

Wir haben alle unterschiedliche Expertisen «im Rucksack» und uns ist wichtig, erst einmal ein offenes Ohr zu haben, das Anliegen zu verstehen und die Person dann idealerweise zu ermutigen/befähigen,
sich selbst zu helfen und/oder gemeinsam zu überlegen, wer oder was die Person zielführend unterstützen kann. Um dies gut tun zu können, sind wir in HR auch aufgefordert, unsere eigene Resilienz im Blick zu behalten und regelmäßig zu prüfen, wie es um unsere persönlichen Ressourcen steht. Im Personalentwicklungs-Team machen wir z.B. alle paar Wochen eine «Intervision», in der wir unsere Arbeit und Erfahrungen reflektieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten, wie wir unsere Begleitung der Mitarbeitenden noch besser machen können.

In welchen Fällen holen Sie Unterstützung von Proitera oder empfehlen Sie Ihren Mitarbeitenden mit den Beratern von Proitera Kontakt aufzunehmen?
Nicht alle Themen sind dafür geeignet, mit internen Ansprechpersonen bearbeitet zu werden. Wir empfehlen Proitera gerne, wenn eine anspruchsvolle Situation vorliegt und uns scheint, dass eine externe Perspektive besonders hilfreich sein könnte, z.B. das kann bei einer privaten Notlage oder psychischer Belastung der Fall sein. Wir schätzen es sehr, unseren Mitarbeitenden diese Unterstützung anbieten zu können.

Wundermittel Resilienz?

Resilienz ist die Fähigkeit, die eigene psychische Gesundheit während widrigen Lebensumständen aufrechtzuerhalten, oder danach schnell wiederherstellen zu können.

Der Grundstein für eine gestärkte Persönlichkeit wird bereits in der Kindheit gelegt. Resilienz ist aber auch im Erwachsenenalter trainierbar. Resilienzförderung zielt darauf ab, die inneren Schutzfaktoren zu erkennen und diese zu stärken. Dazu gehört die Förderung von sozialen Kontakten, die Wahrnehmung der Selbstwirksamkeit – «ich kann das schaffen» –, und der Zugang zu den eigenen Emotionen auch in schwierigen Situationen; sowie die Fähigkeit, sich über kleine Ereignisse zu freuen. Weiter kommt grundlegend hinzu, eigene Ziele zu definieren und konsequent zu verfolgen.

Wichtig ist aber, Resilienz nicht als Konzept zu verstehen, das nur die individuellen Bewältigungskompetenzen stärkt, sondern immer zu bedenken, dass jedes Individuum eingebunden ist in seine Umwelt und in dieser interagiert. So sollen Bewältigungsversuche, die nicht funktioniert haben, nicht abgewertet und auch keine Schuldzuweisungen gemacht werden.


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