1. August 2018

Lohnpfändung: Haben Sie Ihre Finanzen im Griff?

Aber was heisst das überhaupt, Lohnpfändung? Der Arbeitgeber muss denjenigen Anteil des Lohnes, der über dem Existenzminimum zum Leben liegt, direkt dem Betreibungsamt überweisen. Dazu gehören auch der 13. Monatslohn und Gratifikationen. So bekommt der betroffene Arbeitnehmer nur noch so viel Geld, wie er nach Berechnungen des Betreibungsamtes zum Leben braucht: Für das Bezahlen der Krankenkassenprämien, für Stromrechnungen und einen bescheidenen Lebensunterhalt. Sparen ist so nicht mehr möglich. Oft flattert unter diesen Umständen eine neue Betreibung ins Haus, bei längeren Pfändungen nehmen deshalb die Schulden oft zu (siehe Grafik).

Quelle: Schuldenberatung Schweiz

Das eigene Betreibungsrechtliche Existenzminimum können Sie hier berechnen

Eine Lohnpfändung kommt aber nicht über Nacht. Oft haben Betroffene lange das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Plötzlich ändert sich dann die Situation.

Zu hohe Fixkosten, persönliche Krisen, veränderte Einkommensverhältnisse: Oft sind das die Ursachen, die zu einer Lohnpfändung führen. Die Lohnpfändung ist für viele Betroffene ein Moment, in dem sie sich gedemütigt fühlen: Der Arbeitgeber merkt, dass sein Angestellter finanzielle Probleme hat, gegenüber den Betreibungsbeamten muss man sämtliche finanziellen Belange offenlegen, es gibt keinen finanziellen Spielraum mehr im Alltag.

Lässt sich eine Lohnpfändung verhindern?

Das kommt ganz auf den Zeitpunkt an. Eine Schwierigkeit bei finanziellen Problemen ist, sich diesen überhaupt bewusst zu werden. Viele Betroffene sind sich nicht im Klaren, dass sie mit dem Aufnehmen eines Kredites ihre Probleme eher vergrössern anstatt sie zu lösen. Viele Leute gestehen sich erst ein, ihre Finanzen nicht mehr im Griff zu haben, nachdem sie mehrere Betreibungen erhalten haben. Vielfach überblicken verschuldete Personen überhaupt nicht mehr, wie gross die ganze Schuldensumme tatsächlich ist.

Was also tun, wenn eine Lohnpfändung kommt?

Viele sind überfordert und stecken den Kopf in den Sand. Wichtig wäre jetzt aber, wieder einen Überblick über die eigene finanzielle Situation zu bekommen. Wie hoch sind meine Schulden? Wie kann ich weitere Schulden verhindern? Gibt es Möglichkeiten für eine Schuldensanierung?

Diese 6 Massnahmen zum Umgang mit Geld helfen, die Finanzen im Griff zu behalten:

1. Ausgaben kennen: Notieren Sie Ihre monatlichen Ausgaben und verschaffen Sie sich damit einen Überblick über Ihre Finanzen. Machen Sie sich Ihre Fixkosten bewusst, denn diese machen in der Regel einen hohen Anteil Ihrer Ausgaben aus.

2. Budget planen: Nachdem Sie Ihre Ausgaben notiert haben, machen Sie eine Monatsbilanz. Monatliche Einnahmen abzüglich aller Ausgaben ergibt Ihre Bilanz.

3. Rücklagen aufbauen: Sparen Sie für grössere, geplante Ausgaben wie Ferien und Zahnarztrechnungen und bauen Sie Rücklagen auf für ungeplantes wie z.B. eine Autoreparatur oder weitere Mehrkosten Ende Jahr.

4. Geldflüsse automatisieren: Richten Sie Daueraufträge ein für geplante Rücklagen oder zum Sparen.

5. Gewohnheiten ändern: Vermeiden Sie Impuls- und Schnäppchenkäufe. Gewöhnen Sie sich an über Kaufentscheidungen eine Nacht zu schlafen. Denken Sie voraus: vielleicht sind Sie morgen nach der Arbeit noch länger unterwegs und es macht Sinn eine Wasserflasche einzupacken anstatt diese teuer an einem Kiosk zu kaufen.

6. Frühzeitig beraten lassen: Je früher Sie sich Unterstützung holen, umso einfacher lässt sich die Lohnpfändung vermeiden. Hier hilft Ihnen das Team von Proitera gerne weiter.

Unternehmen empfehlen wir:

  • Mitarbeitenden, die mehrfach Lohnvorschüsse beantragen unbedingt eine Budgetberatung empfehlen. Geben Sie eine konkrete Adresse mit Telefonnummer mit. Proitera stellt Ihren Partnerfirmen gerne Flyer zur Verfügung. 
  • Gewähren Sie Personaldarlehen nur, wenn es an die Auflage einer Budgetberatung geknüpft ist und nur nach Vorliegen einer entsprechenden Empfehlung einer Beratungsstelle. Nicht immer löst ein Darlehen alle Probleme!

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