10. Januar 2018

Keine Angst vor Emotionen

Erfolg und Wohlbefinden sind nur zu 20% vom Intelligenzquotienten abhängig. Zu 80% steuert uns der Emotionsquotient! Der Umgang mit Emotionen ist also entscheidend. Ohne sie gäbe es keine Motivation, keine Kreativität, keine Warnung vor Gefahren, keine Lust, kein Mitleid, keine Freude, kein Geniessen usw. Emotionen sind lebenswichtige Antreiber unseres Lebens. Der zielgerichtete Umgang mit Emotionen ist auch noch im Erwachsenenalter lernbar.

 

Was sind Emotionen?

Sie werden ausgelöst durch Ereignisse um und in uns. Emotionen signalisieren, wie das Geschehene auf uns wirkt. Sie verdeutlichen, was uns bewegt und was wir benötigen. Intuitiv versuchen wir, auf Emotionen zu reagieren und entsprechend zu handeln.

Zum Beispiel

Die Vorgesetzte schreibt uns Geburtstagsglückwünsche. Wir nehmen wahr, dass unsere Chefin weiss, wann wir Geburtstag haben und dass sie sich die Zeit nimmt, um uns eine Karte zu schreiben. Sie schätzt uns und unsere Arbeit, was uns innerlich bewegt. Wir reagieren mit „Freude“ und handeln, indem wir motiviert und gerne für sie arbeiten.

Wie geht es Ihnen mit Emotionen?

  • Was löst bei Ihnen das Wort „Emotionen“ aus?
  • Welche Emotionen mögen Sie?
  • Welche machen Ihnen Angst?

Wenn es schwierig wird

Kennen Sie die  Aussage «Für Emotionen ist bei der Arbeit kein Platz!». Falsch −  denn sie beeinflussen unsere Arbeitsfähigkeit. Emotionen können sehr anstrengend und schwierig sein. Wir wissen nicht, wie wir sie in Worte fassen können und schämen uns manchmal gar für sie. Manche Emotionen sind so schmerzlich, dass wir sie verdrängen. Sie können unsere Leistungsfähigkeit beeinflussen und uns sogar krank machen. Wir sind ihnen jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Die Auseinandersetzung mit unseren Emotionen lohnt sich. Wir können lernen auf sie zu hören. Emotionen sind die Sprache unseres „Inneren“. Sie signalisieren uns, wo der Schuh drückt und was wir benötigen. Es ist wichtig der Ursache dieser Signale auf den Grund zu gehen und nach dem „Warum“ zu fragen. So lernen wir möglichst zielgerichtet auf Emotionen zu reagieren. Oft bringt eine spontane Reaktion oder Handlung kurzfristig Erleichterung, aber keine dauerhafte Lösung.

Typologien

  • Achtsamkeit: Wir nehmen unsere Stimmungen und Gefühle konkret wahr und gehen angemessen mit ihnen um.
  • Überschwemmung: Wir sind vollkommen überwältigt von unseren Emotionen und verlieren uns darin. Es ist nicht mehr möglich, sie achtsam wahrzunehmen.
  • Passivität: Wir nehmen sie konkret war, setzen uns aber nicht damit auseinander. Wir geben uns unserer Stimmung hin, ohne etwas konstruktiv zu verändern.
  • Verdrängen: Wir spalten unsere Emotionen ab, weil sie zu schmerzhaft sind.

Die meisten Menschen empfinden die Achtsamkeit als etwas Erstrebenswertes. Achtsamkeit ist lernbar!

Die Sprache der Emotionen

Mit dem Erwerb des Grundwortschatzes einer Sprache gelingt es bereits Gefühle in Worte zu fassen. So lernen wir den Umgang mit Grundgefühlen meist schon im Kindesalter. Diese sind: Zufriedenheit, Wut, Angst, Trauer, Freude und Scham. Haben unsere Eltern oder Bezugspersonen keinen guten Umgang mit einem dieser Grundgefühle erlernt, können sie uns dies auch nicht lehren. In der Schule werden meist nur die intellektuellen Fähigkeiten geschult und die emotionalen Fähigkeiten kommen zu kurz. Es ist daher möglich, dass wir auch im Erwachsenenalter jemanden benötigen, der/die mit uns zusammen unsere Emotionen achtsam anschaut, uns Sprach-, respektive Gefühlstraining gibt und uns hilft Emotionen zu artikulieren. So lernen wir, dass wir unsere Zufriedenheit steuern können und wachsen an innerer Lebendigkeit.

 


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